Bericht zur Tour
Autor
Peter Schmid
Erstellt am
18.03.2025 15:00
Letzte Änderung
18.03.2025 15:00
Tourenbericht

Skitourensafari Dolomiten 2025: Sonntag 9.3.- Freitag 14.3.
Sonntag 9.3.
Regula Flury von der Alpinschule Tödi holt uns um 07:70 Uhr bei der Bahnhofvorfahrt HB SG mit dem VW- Bus ab. Wir sind 7 Teilnehmer, Bergführer Sandro + Fahrerin Regula.
Fahrt zum Arlbergpass mit wenig Verkehr. Gleich nach der Passhöhe beginnen wir unsere erste Skitour bei Sonnenschein auf den Gipfel «Der Wirth» mit gut 600 hm Aufstieg. Schöne Aussicht und gute Schneeverhältnisse bei der Abfahrt.
Anschliessend fahren wir über den Brennerpass und Bozen bis nach Ora, wo wir links ins Val die Fiemme abzweigen. Wir sehen die super steile Skipiste von Cavalese zur Alpe Cermis, wo jeweils die Tour de Schi endet – eindrücklich!
Es wird zunehmend wolkig und teilweise fällt leichter Regen. Wir erreichen das nette Hotel: Albergo Antico im kleinen Ort Bellamonte. Die Zimmer sind einfach und sauber. Feines Abendessen und Frühstück.
Montag 10.3.
Draussen stark bewölkt und Schneeregen!
Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Auto über den Rollepass bis zur Baita Segantini. Hier befindet sich ein kleines Skigebiet mit einem Sessellift, der geschlossen scheint. 3 Arbeiter beginnen gemütlich mit etwas schaufeln, der Lift steht. Nach nettem Fragen öffnen sie den Lift für uns, wir fahren hoch und machen 2x eine kleine Skitour im Nebel bei recht gutem Schnee. Anschliessend nutzen wir den Sessellift und fahren auf den nicht präparierten Pisten Tiefschnee. Es ist kalt und wir geniessen eine wohlverdiente Pause in einem Bergrestaurant am Pistenrand.
Nach einem – in Anbetracht des schlechten Wetters - coolen Skitag steigen wir in den VW- Bus und fahren über Falcade Richtung Passo di S. Pellegrino. Kurz vor der Passhöhe halten wir an und gehen eine knappe halbe Stunde mit den Fellen hoch zu unserer Unterkunft: Rifugio Fuciade. Es sieht aus wie eine kleine Alp- Siedlung mit ein paar Gebäuden im Zentrum – mit kleiner Kapelle - und darum herum verstreut weiteren Alphütten und Ställen. Das Gepäck wird mit einem Raupen- Transportfahrzeug hochgebracht.
Der erste Eindruck trügt!
Die alten, verstreuten Wirtschaftsgebäude sind innendrin zu schönen Unterkünften mit Zimmern, Dusche und kleiner Sauna umgebaut worden. Im eher unscheinbaren Hauptgebäude befindet sich ein 5 Sterne- Restaurant mit Gault Millau- Auszeichnung. Im Weinkeller lagern über 600 verschiedene erlesene Weinsorten und das Mehrgang- Abendessen ist himmlisch. Das Haus ist wie ein kleines Museum eingerichtet: In jedem Winkel entdeckt man Gegenstände und Werkzeuge vom Leben auf der Alp.
Nach einem Gourmet- Abend wandern wir im Mondschein zurück zu unserer etwas abseits gelegenen Unterkunft und schlafen bestens.
Dienstag 11.3.
Nach reichhaltigem Frühstück starten wir gleich vor der Haustüre mit den Fellen und steigen ca. 600 hm hoch zur Forca Rossa. Es ist bedeckt und kühl. Auf der Forca starker Wind, kalt und aufkommender Nebel. Deshalb nehmen wir rasch die Felle ab und geniessen die lange und abwechslungsreiche Abfahrt nach Osten zum Ort Malga Ciapela. Hier machen wir kurz Rast und fahren anschliessend mit der Seilbahn die 3 Sektionen hoch zum Gipfelstation Terrazza Marmolada. Auf dem Gipfel starker Wind und Nebel wir folgen kurz der Skipiste und biegen dann links ab zur Freeride- Abfahrt über den Gletscher Richtung Passo Fedaia. Bei wenig Sicht und diffusem Licht realisiert man den steilen Einstieg in den gut 40° steilen Tiefschneehang nur teilweise- vielleicht besser so. Wir geniessen traumhaften Tiefschnee. Leider sind im unteren Teil der Abfahrt viele Steine unter dem Pulverschnee versteckt, welche trotz umsichtiger Fahrweise unseren Skibelägen und Kanten zusetzen. Weil es so schön war, fahren wir die Tiefschnee- Abfahrt gleich nochmal und die Hartgesottenen von uns anschliessend nochmals die Skipiste runter. Für den ganzen Tag summieren sich dann 5423 hm Abfahrt!
Wir übernachten im einfachen Rifugio Passo Fedaia – in Ordnung aber nicht vergleichbar mit der Unterkunft am Vortag.
Mittwoch 12.3.
Draussen Nebel und Schneefall. Mit den Skis fahren wir über die Skipiste runter nach Malga Ciapela und steigen dort in den VW- Bus. Dieser bringt uns via Rocca Piétore zum Passo di Giau. Von hier aus geht es im Nebel mit den Fellen hoch zur Forcella Giau, welche wir- immer noch im Nebel und bei starkem Wind nach gut 400 hm erreichen. Die Umstände laden nicht zum Rasten und so fahren wir bei recht gutem Schnee wieder zurück zum Auto.
Über Pocol fahren wir zum Passo si Falzarego und von dort mit der Seilbahn hoch zum markanten Felsgipfel Lagazuoi. Oben übernachten wir in der rustikalen Berghütte. Leider bleibt uns die traumhafte Aussicht wegen Nebel und Schneefall verborgen.
Das Essen ist fein und wir schlafen prächtig.
Donnerstag 13.3.
Das Wetter klart nach dem Frühstück auf. Leider ist die Tal- Abfahrt vom Gipfel aus Sicherheitsgründen gesperrt und wir müssen für den Abstieg wieder die Bahn nehmen. Mit dem Auto fahren wir zum Passo Pordoi und nehmen die Seilbahn hoch zum Gipfel Sass Pordoi. Nebel und Schneefall! Wir wagen eine Tiefschnee- Abfahrt durch das Tal nach NE. Oben bei schlechter Sicht guter Pulverschnee. Bald «finden» sich unter dem Pulverschnee immer mehr heimtückische Felsen. Die Route wendet sich in einem Bogen gegen SW. Bald geht uns der fahrbare Schnee oberhalb eines steilen Geröllfelds aus und wir schnallen die Ski auf die Rucksäcke und steigen zu fuss bis fast zur Strasse ab. Entlang dieser mogeln wir uns hinunter zur Ski- Station Laghetto Lupo Bianco. Ab hier geht es mit den Bahnen zurück zum Pordoi- Pass. Wir wollen noch etwas unsere Tageskarte für die Sella Ronda herausschlagen und fahren mit Bahnen / über Pisten bis nach St. Kassin, wo uns Regula mit dem VW- Bus wieder aufpickt – herzlichen Dank! Es ergeben sich heute knapp 4000 hm Abfahrt.
Regula bringt uns mit dem Auto via Cortina d’Ampezzo- Misurina zu unserer letzten Unterkunft am Lago Antorno: Chalet Lago Antorno, eine nette Unterkunft mit renovierten Zimmern und gutem Essen.
Freitag 14.3.
Nach dem Frühstück steigen wir gleich vor dem Hotel auf die Ski und machen uns an den Aufstieg zu den berühmten 3 Zinnen: Tre Cime di Lavaredo. Diese sind noch im Nebel versteckt. Erst geht es hoch zum im Winter geschlossenen Berghaus. Wir traversieren den steilen Hang unterhalb der 3 Zinnen, welche ab und zu einen Blick in die Südwände freigeben. Vorbei an der Capella degli Alpini geht es hoch über die Forcella Lavaredo und nach kurzer Abfahrt und Gegenanstieg zur 3 Zinnen- Hütte. Von hier aus sehen wir die eindrücklichen und teilweise überhängenden Nordwände der Zinnen. Durch diese führen viele legendäre und schwierige Kletterrouten.
Es folgt die lange und abwechslungsreiche Abfahrt nach Osten ins Val Fiscalina. Beim feinen Restaurant und Hotel Dolomitenhof wartet bereits Regula mit dem Auto auf uns. Heute waren es 850 hm Aufstieg und 1250 hm Abfahrt.
Nach verdienter Stärkung fahren wir via Brenner- Arlberg zurück nachhause.